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DAS JAHR 2023 IM BVT-RÜCKBLICK

Beim Rückblick auf das Jahr 2023 kann wohl niemand die beiden wesentlichen Ereignisse ausblenden, die das Weltgeschehen im vergangenen Jahr besonders prägten.

Die Rede ist von den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und in Nahost. Noch vor wenigen Jahrzehnten hatten solche Kriege, die sich weit östlich unserer mitteleuropäischen Heimat zutrugen, allenfalls das Potenzial in den Medien Erwähnung zu finden. Mitunter nutzten Mineralölkonzerne die Gelegenheit, um den deutschen Autofahrer zu schröpfen. Doch in der vernetzten und globalisierten Welt von heute, bekommen wir die Auswirkungen viel stärker und unmittelbarer zu spüren.

Weiterhin macht das Wort einer hartnäckigen Inflation, welches die jüngere Generation allenfalls aus Geschichtsbüchern kennt, die Runde und bringt so manche, gesichert geglaubte Existenz ins Wanken. Auf einmal stellt sich heraus, dass die seit 2015 andauernde Fluchtbewegung aus weiten Teilen der Welt in die europäische Union nicht nur Verfechter demokratischer Grundrechte nach Europa bringt. Die seit den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts überwunden geglaubte Blockbildung erlebt anscheinend eine Renaissance.

Dabei gibt es auch ohne diese Krisen gewaltige Herausforderungen, die die Menschheit und die Gesellschaft unseres Landes in den nächsten Dekaden beschäftigen werden. Die Entwicklung künstlicher Intelligenz, welche durch wissenschaftliche und technische Forschung erst ermöglicht wurde, stellt ein qualitativ neues Niveau dar. Welche Veränderungen unser Leben in den nächsten Jahrzehnten dadurch erfährt, kann aus heutiger Sicht allenfalls gemutmaßt werden.

Leider scheint Deutschland, als ehemals führende Technologie- und Industrienation, den Anschluss zu verlieren. Wer nach den Ursachen sucht, sollte die einschlägigen Statistiken studieren, in denen Ausbildungs- und Studiengänge der sogenannten MINT-Fächer seit Jahrzehnten hintere Plätze belegen. Politische Fehlentscheidungen in Vergangenheit und Gegenwart führen dazu, dass trotz steigender Bevölkerungszahl in Deutschland Fachkräftemangel herrscht.

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre, die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen. Die Stärkung der beruflichen Bildung und beruflichen Aufstiegsfortbildung könnte dazu führen, die Anzahl der Studienabbrecher drastisch zu reduzieren. Anscheinend ist es noch weithin unbekannt, dass heutzutage eine Berufsausbildung keine Sackgasse mehr darstellt. Ganz im Gegenteil ist sie häufig der Beginn einer erfolgreichen Karriere. Und wer sich später entschließt doch noch die akademischen Weihen zu empfangen, ist mit einem Berufsabschluss oftmals sogar besser aufgestellt.

Auf der Sitzung des 33. BVT-Bundesausschusses, der am 15. April 2023 in Bad Honnef stattfand, diskutierten die Teilnehmer über die Arbeit in unserem Berufsverband. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand das Projekt „Studienabbrecher", welches der BVT derzeit gemeinsam mit dem „Bundesarbeitskreis Fachschulen für Technik" (BAK FST) vorantreibt.

Unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Jenewein von der Universität Magdeburg wurde ein Forschungsprojekt umgesetzt, das sich dem Thema „Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung auf DQR-Niveau 6“ widmet. Inhalt dieser Arbeit ist, wie erworbenes Wissen und Fähigkeiten, beim Umstieg von akademischer in berufliche Bildung und umgekehrt, genutzt und anerkannt werden können. Die wissenschaftliche Arbeit steht kurz vor der Veröffentlichung. Der BVT, der seine Expertise in das Projekt mit einbrachte, beabsichtigt die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse für seine Argumentation zur Stärkung der beruflichen Bildung zu nutzen.

Emotionaler Höhepunkt des Bundesausschusses war die Verabschiedung unseres langjährigen BVT-Hauptgeschäftsführers Gerard Wolny in seinen wohlverdienten Ruhestand. In seiner 29-jährigen Tätigkeit hat Wolny die Geschicke unseres Verbandes wesentlich gestaltet. Er war Gesicht und Stimme des BVT. Unter seiner Leitung erfuhr unser Verband einen Digitalisierungsschub. Die Bekanntheit und der Einfluss des BVT konnten immens gesteigert werden. Die Teilnehmer des Bundesauschusses dankten Gerard Wolny für seine hervorragende Arbeit und wünschten alles Gute und Gesundheit auf seinem weiteren Lebensweg.

Die Prämierung der besten Projektarbeiten Deutschlands, welche im Rahmen der Ausbildung an Fachschulen für Technik durchgeführt werden, erfolgte bereits zum neunten Mal. Die Preisträger des BVT-AWARD/Projekt U+ kamen im vergangenen Jahr von der Werner-von-Siemens-Schule in Hildesheim und der Staatlichen Technikakademie Weilburg.  Dass die Firma, in deren Auftrag die erstplatzierte Projektarbeit durchgeführt wurde, die Genehmigung zur Veröffentlichung versagte, ist sicherlich zu bedauern. Die Begründung, mit dem Verweis mögliche Wettbewerbsvorteile zu gefährden, zeugt aber davon, welch qualitativ hochwertige und für das Unternehmen gewinnbringende Arbeit von den Absolventen geleistet wurde.

Als Gründungsmitglied der Bildungsallianz des Mittelstands beteiligte sich der BVT am "Zukunftstag Mittelstand". Über 4000 Gäste aus In- und Ausland, darunter vier Bundesminister, trafen sich Anfang März 2023 in Berlin und diskutierten über Themen wie Digitalisierung, Transformation und Fachkräftemangel. Der BVT knüpfte zahlreiche Kontakte und konnte seine Standpunkte öffentlichkeitswirksam vertreten. 

Bei den Sozialwahlen im Mai 2023 hat die Liste der TK-Gemeinschaft (TK-G) mit ihren BVT-Vertretern die Sitzanteile in den Selbstverwaltungsgremien der Techniker Krankenkasse (TK) und der Rentenversicherung Bund verteidigt. Somit ist die Interessenvertretung unserer Klientel in diesen Gremien weiterhin sichergestellt. Die Sozialwahl ist auf Grund der Anzahl der Wahlberechtigten die drittgrößte Wahl in Deutschland und findet im Abstand von sechs Jahren statt. Als absolute Neuheit in Deutschland bestand diese Mal die Möglichkeit alternativ zur Briefwahl die Stimme auch Online abzugeben. Dies gelang pannenfrei und sollte ein Signal aussenden, künftige Wahlhandlungen ebenso einfach und niederschwellig für jeden Bürger zu ermöglichen.

In den sechs Bundesvorstandsitzungen, die wahlweise in Präsenz, online oder hybrider Form abgehalten wurden, berieten Bundesvorstand, Geschäftsführung und Beirat aktuelle Themen, trafen Entscheidungen und legten Termine und Teilnehmer für zahlreiche Veranstaltungen fest. Mit den etablierten Rundschreiben wurden die Bezirksverbände im Anschluss über wesentliche Inhalte dieser Sitzungen informiert.

Als weiteren Benefit bietet der BVT seit kurzem über die BVT-Vorteilswelt rabattierte Online-Angebote an. So können unsere Mitglieder exklusiv aus über 1.800 angebotenen Artikeln im Shopping-Portal zu attraktiven Preisen wählen.

Die wichtigsten Kommunikationsmittel sind nach wie vor unsere Verbandszeitschrift und die Homepage, auf die über unsere BVT-App schnell zugegriffen werden kann. Auch auf Facebook, der Plattform "X", Instagram und LinkedIn ist unser Verband präsent. Für die Aktualität der Inhalte sorgen unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei denen sich der Vorstand an dieser Stelle recht herzlich bedankt.

Herzlichen Dank auch Ihnen, liebes Mitglied, dass Sie dem BVT die Treue halten und somit die Verbandsarbeit und Ihre Interessenvertretung unterstützen.

Darüber hinaus danke ich allen aktiven und fördernden Mitgliedern, unseren Kooperationspartnern, unserem Beirat und meinen Kollegen im BVT-Vorstand für ihre Unterstützung.

Zu guter Letzt möchte ich darauf hinweisen, dass der BVT in diesem Jahr sein 50 -jähriges Bestehen feiert. Bleiben Sie gespannt, was es in diesem Zusammenhang zu berichten gibt.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gesundheit und ein erfolgreiches 2024!

Udo Frackmann
Vorsitzender Bundesvorstand

Bild: Karl Günter Rammoser